Wie lebt eine Biene? Wie entsteht die Königin? Was sind Drohnen? Wichtige Informationen zur den Eigenschaften der Honigbiene.

Systematik

Im Zusammenhang mit der Imkerei, denken wir zunächst nur an unsere Honigbienen (Apis mellifera), obwohl es weltweit sicherlich 20.000 Bienenarten gibt. Apis mellifera ist eine der wenigen Staaten bildenden Bienen und aus diesem Grunde für uns so nützlich. Systematisch gesehen gehört sie zu der Klasse der Insekten (Insecta), Ordnung Hautflügler (Hymenoptera). Sie ist eine Vertreterin der Gattung der Honigbienen. Aufgrund ihrer Bedeutung für die Imkerei ist sie weltweit verbreitet worden. Von ihr gibt es etwa 25 Unterarten, auch Bienenrassen genannt.

Die Beute

BeuteIn freier Wildbahn bewohnt sie Höhlen von ungefähr 40l Rauminhalt. Darin baut sie ihre Waben aus Wachs, den sie ausschwitzen. Die Waben hängen dabei von oben herab. In ihr befinden sich waagerechte, sechseckige Zellen. Sie werden zum Lagern von Pollen und Honig verwendet, aber auch zur Aufzucht von Brut.
Bei der Imkerei wird der Biene dieser Raum durch eine so genannte Beute zu Verfügung gestellt. Eine moderne Magazinbeute, wie auch ich sie verwende, besteht aus einem Boden, mindestens einer Zarge und einem Deckel. Im Boden befindet sich das Einflugsloch. Dort fliegen die Bienen ein und aus und können die darüber liegende Zarge von unten erreichen. In jeder Zarge sind neun bis elf Waben zu finden. Diese sind in Rähmchen eingefasst und ermöglicht es dem Imker, die Waben bequem herauszunehmen, zu begutachten oder die Position der Waben zu verändern.
Bewegt man sich unten nach oben durch die Beute, stößt man zuerst auf das Brutnest, umgeben von einigen Zellen in denen Pollen gelagert wird. So herrschen kurze Wege für die Ammenbeinen. Im Brutnest herrscht eine konstante Temperatur von 35°C, die von den Bienen aufwendig gehalten wird. Durch Muskelzittern oder Verdunstung mit Hilfe eines selbst erzeugten Luftstroms wird die Temepratur geregelt.
Über dem Brutnest, also von Flugloch am weitesten entfernt, befinden sich die Honigvorräte. Da sind die gegenüber potenziellen Feinden besser zu verteidigen, weil der Weg so für sie am längsten ist. Für den Imker hat es den Vorteil, das er bei der Ernte nicht das ganze Volk öffnen muss, um an den Honig zu gelangen.
Die Aufteilung in Zargen ermöglicht zudem ein einfaches Öffnen und Anpassen des Raumes der Beute durch auf- oder absetzen der Zargen

Die Bienenwesen

Bei den Bienen gibt es drei verschiedene Bienentypen.
Die Königin ist die Mutter aller Bienen des Volkes. Sie ist etwas größer und länger als die Arbeiterbienen und hat eine Lebensdauer von zwei bis vier Jahren. Sie hat voll entwickelte Ovarien und ist das einzige voll geschlechtreife Tier im Volk. Bei ihren Hochzeitsflug, der nur einmal stattfindet, hat sie Spermien aufgenommen und ist so in der Lage, befruchtete Eier zu legen, bis zu 2.000 am Tag. Eierlegen ist auch im wesentlichen ihre Aufgabe.
Entstanden ist sie, wie auch die anderen Bienen, aus befruchteten Eiern. Nur durch eine bessere Fütterung in Larvestadium entwickelt sie sich zur Weisel. Im Gegensatz zur Arbeiterbiene wird sie nur mit dem so genannten Gelee Royale gefüttert. Die Maden der Arbeiterbienen erhalten nur drei Tage lang Gelee Royale, danach erhalten sie bereits Pollen. Durch die senkrechte Anordnung der Weiselzellen wird sie von den Arbeiterinnen bei der Fütterung bevorzugt behandelt.
Auch die Arbeiter entwickeln sich aus befruchteten Eiern. Von ihnen befinden sich in einem Volk zwischen 40.000 und 60.000. Im Sommer haben sie nur eine Lebensdauer von sechs Wochen, die Winterbeinen schaffen es aber bis ins Frühjahr. Sie übernehmen die Pflege der Brut, das Sammeln von Nektar und Pollen, das Verteidigen und Reinigen des Stockes, das Regulieren der Temperatur und nicht zuletzt umsorgen sie die Königin. Auch sie sind theoretisch in der Lage Eier zu legen, aber nur in geringen Mengen und nur unbefruchtete. Die Funktion ihrer Ovarien wird durch Pheromone unterdrückt, die von der Königinnen abgegeben werden. Sie dienen auch dem Wohlbefinden und der Harmonie im Volk. Statt dessen sind die Arbeiter mit einigen Merkmalen ausgestattet, die es ihnen ermöglichen, die vielfältigen Aufgaben wahrzunehmen.
Beid er Eiablage kann die Königin entscheiden, ob sie das Ei befruchtet oder nicht. Aus unbefruchteten Eiern entwickeln sich durch Parthenogenese (Jungfernzeugung) männlichen Bienen, die Drohnen. Sie sind etwas pummeliger und mit großen Augen ausgestattet. Vier Wochen nach dem Schlupf sind sie geschlechtreif und bereit eine Königin zu begatten. Dies ist im wesentlichen ihre Aufgabe. Den Sommer über befinden sich einige hundert von ihnen im Stock. Zum Winter werden sie bei der so genannte Drohnenschlacht vertrieben, so leben die meisten Drohen nur einen Sommer lang. Sie sind im Winter nur eine hungrige Last.

Die Entwicklung

Die Entwicklung eines jeden Bienenwesens verläuft in etwa gleich, nur die Fütterung und Entwicklungszeiträume sind unterschiedlich. Das Ei, das von der Königin gelegt wird, steht zunächst vom Zellenboden ab. Mit der Zeit neigt es sich und nach drei Tagen schlüpft eine Made. Bis dahin ist unterscheiden sich die Entwicklungen nicht.
Die frischgeschlüpften Maden der Arbeiterbienen werden zunächst mit Gelee Rojale gefüttert, aber bereits nach drei Tagen erhalten sie nur noch Pollen. Nach weiteren sechs Tagen füllen sie die ganze Zelle aus, die dann mit einem luftdurchlässigen Deckel verschlossen wird. Nun vollzieht sie die Entwicklung zur fertigen Biene. Am 21. Tag ist sie fertig entwickelt und beißt sich den Weg aus ihrer Zelle frei.
Die Made eine zukünftigen Königin wird von beginn an nur mit Königinnenfuttersaft gefüttert und ist so bereits nach fünf statt sechs Tagen bereit zum verdeckeln. Eine Königinnenmade wird so gut gefüttert, dass sie sozusagen auf dem Futter schwimmt und es in ihrer ganzen Entwicklung nicht schafft, das Futter komplett zu verbrauchen. Die Entwicklung der Königin ist nach 16 Tagen bereits abgeschossen. Ihr wird beim Schlupf Hilfestellung geleistet. Die Zelle einer Könnigin unterscheidet sich von den Arbeiterinnenzellen daduch, das ihre Öffnung nach unten zeigt. So weis die Ammenbiene genau, wie gefüttert werden muss.
Die Entwicklung der Drohne dauert am längsten. Erst nach 24 Tagen ist sie fertig entwickelt. Sie wächst auch in etwas größeren Zellen an, da ihr gesamter Körperbau etwas pummeliger ist. Für das Wohlbefinden eines Bienenvolkes ist es wichtig, das sie, außer im Winter, stets ein paar Drohnen aufziehen und um sich haben.

Zitat

Wenn ich Männer der Wissenschaft sagen höre, dass sie Gott nicht sehen könnten, so staune ich. Für mich ist's unmöglich, ihn nicht zu sehen.

C. H. Spurgeon

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